NLA, NLB und NLD Saison abgebrochen

Swiss Waterpolo hat entschieden die NLA,NLB und NLD Meisterschaften zu beenden, da aufgrund der unterschiedlichen Bäderöffnung in den Kantonen keine faire Meisterschaft mehr möglich ist. Es gilt nun das Positive mitzunehmen und nach vorne zu schauen.

Wie es mit den Nachwuchsmeisterschaften weitergeht ist noch unklar. Momentan dies die Rede von Turnieren im September. Den Regionalligen ist es freigestellt, sobald wieder möglich, geplante Spiele zu spielen ober abzusagen.

Dennoch möchte ich kurz einige meiner Gedanken, zur aufgezwungenen wasserballfreien Zeit, welche nächsten Montag zumindest für die Trainings endet, mit euch teilen.

Die Corona Zeit hat vieles brutal entschleunigt und dennoch befürchte ich, dass innerhalb kürzester Zeit das Meiste wieder so sein wird wie vorher. Die Gier nach Macht und Dominanz, das Leben des eigenen Egos ohne Rücksicht auf Andere, immer Mehr und Grösser, all dies und vieles mehr kann auch Corona kaum zum Verschwinden bringen.

Ich sehe da die Möglichkeit des WKT, respektive der einzelnen Teams, diese doch eher negativ behafteten Eigenschaften ein wenig zu relativieren und auch anderen Dingen Raum zu geben.

Ziel sollte es sein, für unsere SpielerInnen einen Raum zu haben, in welchem jeder mit seinen Eigenschaften einen Platz hat. Der WKT soll Teams haben, in welchem Alle eine Rolle spielen. Sei es eine dominante, eine fürsorgliche, eine humorvolle und, und, und. Rollen die zum einzelnen Menschen, aber auch ins Team passen.

Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen und jeder ist wichtig.
– Egal wie gut er oder sie nun Wasserball spielt
– Egal ob er oder sie nun gerade das entscheidende Tor verursacht oder geschossen hat
– Egal ob er oder sie nun gerade Top Fit oder verletzt ist

Denn jeder und jedes Einzelne, trägt einen Teil zu einem funktionierenden Team bei.
Und erst wenn diese Bausteine zusammenpassen, haben wir einen Mikroorganismus geschaffen in dem wir uns gerne aufhalten, uns wohl fühlen und nicht zuletzt auch unsere Leistung bringen können.

Als Coach der Frauen bin auch ich Teil eines Teams.
Hier haben wir ein Team, welches das Zusammen sehr gut lebt und pflegt. Den Respekt untereinander, aber auch gegenüber Aussenstehenden (z.B. Gegnerinnen, Schiris) wahrt. Sowohl mit Negativem und Positiven umgehen kann und daraus auch die richtigen Schlüsse zieht (meistens ;-)).

Ich vermisste in den letzten zwei Monaten wenig, aber ein Teil dieses Teams zu sein, das fehlte. Das zusammen sein, zusammen trainieren, spielen, siegen, verlieren, reisen, Spass haben und vieles mehr.

Ich freue mich wieder in diese Welt eintauchen zu können und bin dankbar dafür, diese Möglichkeit zu haben.

In diesem Sinne, nach der Saison ist vor der Saison.
Let’s go.

 

Jochen Soder