Saisonrückblick Frauen NLD Saison 2023/2024

Am Ende können wir zufrieden sein, denn wir haben unser Saisonziel übertroffen. Doch bleibt die Frage: Wäre sogar noch mehr möglich gewesen?

Unser selbst gestecktes Ziel waren die PlayOffs. Dies lag daran, dass nach der letztjährigen Meistersaison nicht mehr alle bereit waren, so viel Zeit ins Training zu investieren. Außerdem war bereits bekannt, dass zwei Spielerinnen aufgrund von Schwangerschaften mehr oder weniger die gesamte Saison ausfallen würden.

So starteten wir in eine ungewisse Saison und spielten die Qualifikation genau so, wie es die Saisonplanung vorsah. Die Spiele gegen Basel und Winterthur gingen verloren, alle anderen konnten wir gewinnen. Nicht eingeplant waren jedoch die außergewöhnlich vielen Verletzungen und Krankheiten. Es war fast wie nach Murphys Gesetz: Wenn der Kader ohnehin schon nicht breit aufgestellt ist, sorgt das Schicksal dafür, dass er noch kleiner wird. So kam es, dass wir Spiele mit nur neun Spielerinnen bestritten – und selbst von diesen waren zwei verletzt und eine Spielerin krank.

Ab Mai verstärkten uns die beiden U14-Spielerinnen Jael und Maggie. Dadurch hatte ich immerhin Alternativen auf der Bank und konnte den arrivierten Spielerinnen während der Spiele, die eine oder andere Verschnaufpause mehr gönnen.
Trotz allem waren wir mental voll da. Es wurde nie gezweifelt, und wir machten einfach aus jeder Situation das Beste. Ich war wirklich beeindruckt!

Als die PlayOffs näher rückten, konnten wir unsere Form von Woche zu Woche steigern. Lediglich das Wetter war alles andere als Sommerlich: Es gab, glaube ich, kein Heimspiel, bei dem es wirklich warm war. Meistens regnete es und/oder ein kräftiger Wind wehte vom See über das Spielfeld.

Im PlayOff-Halbfinale gegen Winterthur wussten wir, dass wir mindestens 100 % abrufen mussten. Das erste Spiel (unser Heimspiel) verlief sehr eng, niemand konnte sich absetzen. Erst kurz vor Spielende gelang uns der Ausgleich zum 4:4, und wir erreichten unser erstes Penaltyschießen. Auch dieses blieb spannend: Nach fünf Schützinnen ging es in die Verlängerung, die wir schließlich gewinnen konnten. Drei Tage später, im Rückspiel in Winterthur, zeigten wir unser bestes Spiel der Saison. Von Beginn an waren wir dominant und auf allen Positionen besser als die Gegnerinnen. Wir gewannen klar und zogen ins Finale ein.

Im ersten Finalspiel, das erneut unser Heimspiel war, spielten wir erstmals in dieser Saison im 50-Meter-Becken. Die Zuschauer füllten die Tribüne, und wir konnten auf große Unterstützung zählen. Doch in diesem Spiel gelang es uns nicht, die Spannung nach dem Halbfinalsieg wieder aufzubauen. Im Nachhinein war es beeindruckend, direkt mitzuerleben, wie fehlende mentale Stärke auch eine negative Wirkung haben kann. Wir hätten unseren treuen Zuschauern gerne ein spannenderes Spiel geboten. Ganz anders war es im zweiten Finalspiel: Hier fügten wir Basel die einzige Saisonniederlage zu – notabene erneut im Penaltyschießen. Im dritten Spiel fehlte uns dann die Kraft, und wir merkten, dass in dieser Saison doch nicht alles rund gelaufen war. Auch die Verletzungsmisere konnten wir nie ganz überwinden.

Am Ende der Saison stand ein SUPER zweiter Platz, und dennoch bleibt die Frage: Was wäre gewesen, wenn wir im ersten Finalspiel mental so richtig bereit gewesen wären?

Wir konnten viel lernen und uns weiterentwickeln – einige Spielerinnen machten riesige Fortschritte.
Auch in diesem Jahr konnten wir viele schöne und lustige Momente zusammen im Team erleben.

 

PS:
Während ich diesen Bericht schrieb, hatte die neue Saison bereits begonnen, und das erste Saisonspiel ist schon wieder Geschichte.

 

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